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Die lateinische Inschrift des Sandsteinreliefs mit der
Darstellung des „Hl. Hieronymus im Gehäuse“
im Innenhof der Kartause lautet: „Die Stadt ist
für mich ein Kerker, die Einsamkeit das Paradies“.
Die selbstgewählte Einsamkeit der Kartäusermönche
ist nicht als Flucht vor der Welt zu verstehen, sondern
als Hilfestellung auf ihrer Suche nach der „Mitte
der Welt“, nach Jesus Christus. In Tückelhausen
wird sie durch die entrückte Lage des Klosters besonders
unterstrichen.
Die Mönchszelle (Kartause) ist der Ort und das Symbol
des eremitischen Daseins, das einer strengen Ordensregel
folgt und vom Prozess der Gottsuche in völliger Armut
gekennzeichnet ist. In seiner Kartause verbringt der Mönch
den größten Teil seines Lebens mit „Beten,
Psalmsingen, Betrachtung, Beschauung, Lesen, Schreiben
und Handarbeit“ (aus der Ordensregel). Nur zu Gottesdiensten
und besonderen Anlässen verlässt er die Zelle.
Anhand der Rekonstruktion einer Klosterzelle will das
Kartäusermuseum den Alltag der Mönche konkret
erfahrbar machen. Sie umfasst die traditionellen Räume
„Ave Maria“ (Vorraum), „Cubiculum“
(Aufenthalts-, Gebets- und Schlafraum) und „Laboratorium“
(Werkstatt). Wie zu jeder der ehemals 14 Tückelhäuser
Mönchszellen, die sich um
einen Kreuzgang gruppieren, gehört auch zu dieser
ein etwa 100 Quadratmeter großer Garten. |
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